Wie digitale Tools uns in der Corona-Isolation helfen können

Tobias hat auf dem Blog der Evangelischen Erwachsenenbildung einen Artikel veröffentlicht, der hier in leicht gekürzter und von mir überarbeiteter Form erscheint!

 

Es ist soweit, Schulen und Kindergärten haben bis auf Weiteres geschlossen, Veranstaltungen werden abgesagt und Mitarbeiter*innen werden ins HomeOffice geschickt. Das Corona Virus stellt unseren Arbeitsalltag auf den Kopf und uns als Mitarbeiter*innen der Evangelischen Kirche vor neue Herausforderungen. Noch nie gab es eine vergleichbare Situation, in der wir derart auf Begegnung und persönlichen Kontakt verzichten mussten – fatal, gerade für ein kirchliches und soziales Arbeitsfeld.

Doch in der Tat gibt es im Zeitalter der Digitalisierung Hilfsmittel, Ideen und Konzepte, die uns an dieser Stelle helfen können, die uns unterstützen, Arbeitsprozesse, Bildungsveranstaltungen, Gespräche und Begegnungen in einen digitalen Raum zu verlagern. In diesem Artikel sollen einige als Inspiration und auch als Angebot des Fachbereichs Erwachsenenbildung und Familienbildung genannt werden.

Zusammenarbeit in der Cloud

Mit erwachsenenbildung-ekhn.cloud bieten wir haupt-und ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen der EKHN – und auch jetzt während des Corona-Stillstandes interessierten Kirchengemeinden anderer Landeskirchen – eine kostenlose Nutzung unserer Nextcloud mit 5-10 GB Speicher (je nach Bedarf) an. In dieser Cloud ist es möglich, beispielsweise gemeinsam im Browser an Office-Dokumenten zu arbeiten. Es können Videokonferenzen kostenlos abgehalten, oder wie in einem Webinar, Chats und Übertragungen öffentlich zugänglich gemacht werden, ohne dass die Zuschauer*innen einen Nextcloud-Account benötigen.

Videokonferenzen nutzen

Auch das Face-to-Face Gespräch muss nicht zu kurz kommen. Während über das kostenlose Nextcloud Talk Videokonferenzen und Webinare mit wenigen Personen kein Problem darstellen, richtet sich beispielsweise die Software Zoom als professionelle Videokonferenzlösung an eine größere Nutzer*innengruppe. Auch wir werden hier unsere ersten Schritte in diesem neuen Format am 30.04.2020 mit dem BarCamp Bildung Digital 2020 wagen. Da auf Grund des Corona Virus leider bis Ende April alle Veranstaltungen abgesagt werden mussten, haben wir uns entschlossen, das Barcamp komplett in den digitalen Raum zu verlagern. Nähere Informationen hierzu folgen demnächst.

Live-Streaming

Beim Thema Streaming ist wohl allen klar: Wir benötigen unkomplizierte Lösungen. Komplexe Streaming-Settings mit viel Technik und bei denen ein ganzes Kamera-Team anreisen muss, werden sich nicht überall ohne externe Unterstützung umsetzen lassen.

Eine einfache und schnelle Möglichkeit bietet hier das Streamen über das Smartphone mit der vorhandenen LTE Verbindung an. Qualitativ natürlich bei Weitem nicht so gut wie bei aufwendigeren Settings, aber zweckgebunden und hilfreich. Die Nutzung von Nextcloud Talk (siehe oben) ist natürlich möglich, dennoch würde ich eher ein Streaming über Facebook Live (Anleitung) oder YouTube (Anleitung) bevorzugen, da sich hier ein großer Teil der erwachsenen Zielgruppe aufhält und eine stabile und gut funktionierende Streamingplattform geboten wird. Über einen öffentlichen Link sind die Streams auch ohne Anmeldung einsehbar. Das alles sind sogenannte “quick and dirty Formate”, auf die es jetzt erstmal ankommt. Wer sein Streaming aber langfristig planen und ausbauen möchte, ist mit diesem Artikel von Christoph Breit oder diesem Artikel von Dr. Karsten Kopjar gut beraten.

Eine Frage des Formates

Vielleicht ist es jetzt ja an der Zeit, nicht nur bekannte und etablierte Formate in den digitalen Raum zu bringen, sonden auch mittel- und langfristig neue Ideen und Konzepte zu entwickeln, Konzepte, in denen Digitalisierung nicht aus einer Notlage heraus eine Rolle spielt, sondern das Potential, die Reichweite und der Abbau zeitlicher, räumlicher und körperlicher Barrieren ausschlaggebend ist.

Einen ersten Schritt haben wir im Fachbereich mit den EDUtalks getan, in dem wir das klassische frontale Webinarsetting verlassen und einen dialogbasierten fachlichen Austausch auf Augenhöhe geschaffen haben. Aber auch Formate wie der Relichat, einem thematischen Austausch einmal pro Woche per Twitter oder der interaktive Live-Podcast gedankenflimmern zeigen, dass neue Formate  Anklang finden – auch wenn die Begegnung in einem digitalen Raum stattfindet. Neue Potentiale, wie sich beispielsweise aus dem Einsatz von Virtual Reality für den Bildunsgbereich ergeben, müssen wir eproben und entsprechende Szenarien und Konzepzte entwickeln und diskutieren. Langfristig stellen digitale Möglichkeiten sicherlich eine sinnvolle Ergänzung analoger Angebot vor Ort dar.

 

Soweit der Textauszug. Ein paar kleine Anmerkung noch! Es gibt eine Vielzahl von digitalen Diensten, die für die Zusammenarbeit genutzt werden können. Sie zu sichten und einzuschätzen zu können, ob sie für die Zusammenarbeit tauglich sind (Datenschutz, Kosten, Usability usw.), ist von entscheidender Bedeutung. Daher werden wir uns in einem späteren Artikel mit den entsprechenden Angeboten beschäftigen.
Es sind aber nicht nur digitale Werkzeuge, die die Zusammenarbeit unterstützen. Es gibt viele kleine, lokale Gruppen, die digitale Kommunikationsmöglichkeiten nutzen, um Menschen in isolierteren Umgebungen zu unterstützen. Nachbarschaftshilfe muss nicht, kann auch digital organisiert werden!
Selbst größere Projekte aus dem Forschungsbereich wie Folding@home, die zur Zeit auch an der Erforschung des Coronavirus arbeiten, können durch eigenes zutun unterstützt werden.

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